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Implementierung des Persönlichen Budgets (ImPeBu)

Das Forschungsprojekt widmet sich insbesondere der Etablierung und Umsetzung des Persönlichen Budgets – welches vom Ansatz her als besonderer Ausdruck eines Paradigmenwechsels in der Behindertenpolitik zu betrachten ist. Mit dem Persönlichen Budget als neuer Leistungsform können behinderte Menschen auf Antrag für Maßnahmen ihrer Rehabilitation oder gesellschaftlichen Teilhabe Geldleistungen oder Gutscheine erhalten anstelle von Dienst- und Sachleistungen. Damit wird ihnen ermöglicht, die für selbst bestimmte Teilhabe erforderlichen Assistenzleistungen selbst zu organisieren und zu bezahlen. Damit werden die behinderten Menschen Experten und Expertinnen in eigener Sache und sollen zukünftig den „Einkauf“ von Leistungen eigenverantwortlich, selbständig und selbst bestimmt regeln können. Rechtsgrundlage des Persönlichen Budgets ist § 17 Abs. 2 bis 6 SGB IX mit Konkretisierung in den einzelnen Leistungsgesetzen sowie der Budgetverordnung.

Das Instrument des persönlichen Budgets ist geeignet, die Selbstbestimmung behinderter Menschen und die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden und Elemente des fürsorgestaatlichen Umgangs mit behinderten Menschen abzubauen. Mit dem Persönlichen Budget wird das Wunsch- und Wahlrecht behinderter Menschen konkretisiert.

Mit der gesetzlichen Grundlage für die Einführung und Umsetzung des Persönlichen Budgets ist aus unserer Sicht auch der Forschungsauftrag verbunden zu untersuchen, wie das Persönliche Budget von den behinderten Menschen angenommen wird und Handlungsempfehlungen für die behinderten Menschen, die Politik und Verwaltung und Anbietern von Leistungen für behinderte Menschen zu entwickeln, damit dem emanzipatorischen und inklusionistischen Anspruch Rechnung getragen werden kann.

Grundlagen für das Forschungsvorhaben bilden die bisherigen Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung des Modellvorhaben zum Persönlichen Budget – Personenbezogene Unterstützung und Lebensqualität (PerLe), Persönliches Budget und Lebensqualität (PerLe2) und Trägerübergreifendes Budget.

Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens steht:

1. Analyse der förderlichen und hinderlichen Faktoren zur Umsetzung des Persönlichen Budgets auf der individuellen Ebene der behinderten Menschen
selbst sowie auf der institutionellen Ebene der verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in der Verwaltung (Sozialämter, Vertretern der Behindertenverbände und der Rehabilitätsträger, Bundesagentur für Arbeit)und bei den Anbietern der Dienstleistungen (Einrichtungen der freien Träger und öffentlichen Wohlfahrtsverbände und privaten Dienstleistern), die die Umsetzung begleiten sollen.

2. Darauf aufbauend werden Vorschläge entwickelt, wie die eruierten Barrieren abgebaut werden können und die Verbreitung von Persönlichen Budgets vorangetrieben werden kann. Es sollen zudem Ideen entwickelt werden, wie und wo das Persönliche Budget tzr Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderung eingesetzt werden kann und wie sein Bekanntheitsgrad gesteigert werden kann. Hier sei auf Wissensdisseminationskonzepte, die in der Forschung um die Wissensorganisation verankert sind, verwiesen (Nonaka & Takeuchi 1997).

3. Die Ergebnisse des vorliegenden Forschungsvorhabens werden Anwender/-innenorientiert, d. h. unter anderem auch barrierefrei, publiziert und enthalten Handlungsempfehlungen für die Nutzerinnen und Nutzer des Persönlichen Budgets, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sowie für die Akteure der dienstleistenden Einrichtungen- insbesondere für die Arbeitsgruppe des Ministeriums für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern (Vertretern der Behindertenverbände, der Rehabilitationsträger und der Landesregierung).

Projektdauer

01.02.2009 bis 31.12.2010

Finanzierungsträger

Land Mecklenburg-Vorpommern (Exzellenzförderprogramm)

Copyright 2009 cg